Das Zirkonoxid Alphabet

Zirkonoxid ist das Material der Wahl, wenn es um die Reproduktion von Ästhetik und Funktion geht. Um das Optimum aus dem Material herausholen zu können, gilt es für Zahntechniker einiges bei der Verarbeitung zu beachten. Im 5. Teil der Reihe „Das Zirkonoxid-Alphabet“ gibt pritidenta Tipps und Tricks rund um Fragen von #S bis #V. Diese sollen Euch helfen, die Arbeit mit Zirkonoxid zu perfektionieren.

#S wie „Was passiert beim Sintern?“
Beim Sintern werden feinkörnige keramische oder metallische Stoffe – oft unter erhöhtem Druck – erhitzt. Damit das Werkstück seine Form behält, bleiben die Temperaturen dabei unter dem Schmelzpunkt der Hauptkomponente. In der Regel kommt es dabei zu einer Schwindung, weil sich die Partikel des Ausgangsmaterials aufgrund von Diffusions­vorgängen und wegen der Verringerung der spezifischen Oberfläche verdichten und Porenräume aufgefüllt werden. Aus diesem Grund sollte jede Zirkonoxidbrücke ab etwa vier Gliedern beim Sintern mit einem individuellen, an die Mate­rialmasse angepassten Querverbinder stabilisiert werden. Diese Sinterstützen sorgen für eine gleichmäßige horizontale und vertikale Materialkontraktion. Durch das Sintern erhält das Material seine (nahezu) maximale Dichte und damit seine für Zahnersatz spezifizierten Eigenschaften.

 

01 #S Sinterrahmen – in der CAM-Software angelegte Querverbinder stabilisieren die Konstruktion später beim Sintern.

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#T  wie „Nach dem Sintern stimmt die Farbe/Transluzenz nicht – woran liegt das?“
Es kann vorkommen, dass nach dem Sintern des Zirkonoxids Farbe und Transluzenz vom gewünschten Ergebnis abweichen. Wenn alle Parameter des Sinterprozesses korrekt eingehalten worden sind, kommen folgende Gründe und Abhilfemaßnahmen für eine unerwünschte Veränderung der Farbe/Transluzenz infrage:

• Kontamination im Ofen durch Fremdmaterialien, etwa durch Rückstände von Färbeflüssigkeiten. Es empfiehlt sich, einen Reinigungsbrand mit Reinigungspulver durchzuführen und die Sinterperlen auszutauschen.
• Querkontamination durch verunreinigte Fräser. Um dies zu vermeiden, sollten für die manuelle Nachbearbeitung keine Werkzeuge benutzt werden, die bereits für Metalle, Kunststoffe oder andere Materialien verwendet wurden.
• Kontamination durch Kühlmittel/Schleifzusätze. Verhindern lässt sich dies, indem beim Nassschleifen von priti multibloc ZrO2 reines Wasser verwendet, der Tank vorher gereinigt oder ein zweiter Tank genutzt wird.
• Variierende Wandstärken. Vor allem bei sehr transluzentem Zirkonoxid hat die Wandstärke großen Einfluss auf die Farbwirkung: Je dicker das Material ist, desto opaker beziehungsweise farbintensiver wirkt es.
• Unterschiedliche Stumpffarben. Zur Versorgung stark verfärbter Zahnstümpfe sollte eher ein opakes Zirkonoxid gewählt werden. Dieses kann selbst auf metallischen Unterkonstruktionen und ohne zusätzliche farb­liche Abdeckung eingesetzt werden. Bei transluzenteren Materialien ist ein Opaker oder ein opakes Befestigungsmaterial zwingend erforderlich.
• Zusätzliche Einfärbung. Voreingefärbtes Zirkon­oxid kann zwar theoretisch zusätzlich mit Färbeflüssigkeiten behandelt werden, es ist jedoch hinsichtlich der Reproduzierbarkeit der gewünschten Farbwirkung besser, eine weitere farbliche Charakterisierung mit Glasurmalfarben vorzunehmen.

#U wie unterschiedliche Zirkonoxide“
So vielschichtig die Anforderungen an die vom Zahntechniker gefertigten prothe­tischen Rekonstruktionen sind, so vielseitig sind auch die dafür einzusetzenden Materialien. Diese Diversität findet sich auch bei den Zirkonoxiden, weshalb nachfolgend eine Übersicht der pritidenta-Zirkonoxide gegeben wird.

  • Einfarbige priti multidisc ZrO2-Rohlinge:
    priti multidisc ZrO2 monochrom ist in den vier Transluzenzstufen High Translucent (HT), Extra Translucent (ET), Translucent (T) und Opaque (O) erhältlich – jeweils in Weiß und in allen 16 Vita classical A1–D4-Farben.
  • Mehrfarbige priti multidisc ZrO2-Rohlinge:
    • priti multidisc ZrO2 multicolor ist in den drei Transluzenzstufen High Translucent (HT), Extra Translucent (ET) und Translucent (T) erhältlich – jeweils in sieben beziehungsweise acht Farbkategorien, mit denen sämtliche Vita-Farben reproduzierbar sind.
    • priti multibloc ZrO2 multicolor ist in der Transluzenzstufe High Translucent (HT) erhältlich – in drei Farbkategorien, mit denen die Vita classical A1–B2-Farben reproduziert werden können.
  • Die Transluzenzstufen stehen für folgende Lichtdurchlässigkeit:
    • High Translucent (HT) 49 %
    • Extra Translucent (ET) 45 %
    • Translucent (T) 40 %
    • Opaque (O) 35 %

#V wie „Wie vergleiche ich am besten die unterschiedlichen Zirkonoxide am Markt?“
Um die unterschiedlichen am Markt angebotenen Zirkonoxide möglichst objektiv vergleichen zu können, muss man zunächst wissen beziehungsweise für sich definieren, was man mit dem gewünschten Zirkonoxid abdecken will. Es empfiehlt sich diesbezüglich der ­direkte Vergleich der Biegefestigkeit, der Transluzenz und des Indikationsspektrums.

In der nächsten Ausgabe folgen im letzten Teil dieser Reihe die Antworten auf Fragen von #W bis #Z.