Das Zirkonoxid-Alphabet

Pritidenta liefert Antworten rund um das Thema Zirkonoxid

In der Ausgabe 04/2019 lieferte der Zirkonoxid-Spezialist pritidenta Antworten auf Fragen von #A bis #F. Diese Reihe setzen wir nun mit der Buchstabenrange von #G bis #N fort und liefern unseren jungen Lesern damit Tipps und Tricks, die den Umgang mit Zirkonoxid erleichtern sollen. Ziel ist es, das problemlose Arbeiten mit dem Werkstoff und höchstmögliche Qualität bei den zahntechnischen Arbeiten zu erreichen.

#G wie „Glanzbrand“

Wie erreicht man am besten glänzende mono­lithisch-vollanatomische Restaurationen aus priti multidisc ZrO2 bzw. priti multibloc ZrO2? Der Zirkonoxid-Hersteller pritidenta gibt dafür zwei Wege an:
Möglichkeit: Politur – Für diese darf gerne eine adäquate Diamantpolierpaste Verwendung finden.
Möglichkeit: Glasur und Maltechnik – Mittels Glanzbrand kann eine extrem glatte, natürlich wirkende Oberfläche erzeugt werden. Es kann jede beliebige Malfarbe und Glasurmasse verwendet werden, die für Zirkonoxid zugelassen ist (Abb. 1).

01 #G: Glänzende Zirkonoxid-Oberflächen können auf zweierlei Arten erreicht werden. Der Oberflächenglanz der abgebildeten Arbeit wurde mit einer Politur und Diamantpolierpaste erzielt.

#H wie „Hilfsmittel zur Farbbestimmung“

Gibt es Hilfsmittel, um die richtige Farbkategorie beziehungsweise Position im Farbverlauf des Multicolor-Zirkonoxid-Rohlings zu finden? Mit priti MPguide ZrO2 High Translucent und priti MPguide ZrO2
Extra Translucent stellt pritidenta Anwendern zwei Farbschlüssel zur Bestimmung der Zahn­farbe zur Verfügung. Diese entsprechen den pritidenta-Farbkategorien. Die darin enthaltenen Farbmessstäbchen werden mit dem Patientenzahn abgeglichen; besonders einfach, da an jedem Muster die Farbkategorie und die erforderliche Position in der Ronde (oben/mittig/unten) angegeben ist (Abb. 2).

02 #H: 24 Farbmessstäbchen helfen dem User der pritidenta Zirkonoxide dabei, die richtige Zahnfarbe zu ermitteln.

Die Software MPT – Multicolor Positioning Tool – liefert eine Simulation der Farbwirkung nach dem Sintern. Die Konstruktion kann in dieser Software innerhalb der virtuellen Ronde verschoben werden und die Software zeigt, wie die fertige Restauration je nach Position farblich aussehen wird.

#I wie „Welche Transluzenzstufen eignen sich für welche Indikationen?“

Oft stellt sich dem Anwender hinsichtlich der unübersichtlich scheinenden Menge an unterschiedlichen Zirkonoxiden die Frage, welches Material wann zum Einsatz kommen darf und soll. Daher nachfolgend ein kleiner Überblick:

  • 1. High Translucent (HT):
    Inlays, Onlays, Veneers, Teilkronen, anatomisch reduzierte und monolithisch-vollanatomische Kronen und Brücken (maximal drei Glieder) für den Front- und Seitenzahnbereich.
  • 2. Extra Translucent (ET)/Translucent (T):
    Teilkronen, monolithisch-vollanatomische und teil- oder vollverblendete Kronen und Brücken (bis 16 Glieder) sowie individuelle Aufbauten für den Front- und Seitenzahnbereich auf natürlichen Zahnpfeilern und Implantaten.
  • 3. Opaque (O):
    Teil- oder vollverblendete Kronen und Brücken (bis 16 Glieder) sowie individuelle Aufbauten für den Front- und Seitenzahnbereich auf natürlichen Zahnpfeilern und Implantaten.

03 #I: Zirkonoxid für alle Indikationen: von High Translucent über Extra Translucent bis hin zu Opaque

#J wie „Jacketkrone“

Die Anfänge der Vollkeramik liegen über 100 Jahre zurück; um 1900 erfand ein US-amerikanischer Zahnarzt die Jacketkrone. In den 1920er-Jahren wurde diese Technik in Europa populär – trotz komplizierter und problembehafteter Anwendung. Als Ende der 1980er-Jahre die CAD/CAM-Technologie Einzug in die prothetisch-restaurative Zahnheilkunde hielt, war der Grundstein für den standardmäßigen Einsatz der Vollkeramik gelegt. Heute stehen diverse Materialien zur Verfügung. Das größte Potenzial besitzt das Zirkonoxid.

04 #J: Die Jacketkrone stand viele Jahrzehnte bei Zahntechnikern als Synonym für eine populäre Herstellweise von Einzelkronen. Heute stehen diverse Materialien und Herangehensweisen für die prothetische-restaurative Zahnmedizin zur Verfügung – allen voran das Zirkonoxid und dessen CAD/CAM-gestützte Verarbeitung.

#K wie „Sind VMK-Kronen haltbarer als verblendete Zirkonoxidgerüste?“

Die Antwort auf die oben gestellte Frage ist ganz einfach: Bei korrekter Gestaltung, Ausarbeitung und Einhaltung der Herstellerangaben sind Zirkonoxidrestaurationen genauso langlebig wie VMK-Kronen. Betrachtet man die VMK-Krone hinsichtlich der Ästhetik, hat Metall den Nachteil, dass es kein Licht transportiert, dunkel ist und oft am Übergang zum Zahnfleisch demaskiert wird. Und häufig wirkt die Keramikverblendung opak, also fast unnatürlich. Der Werkstoff Zirkonoxid hat den Vorteil, dass er Licht transportiert (Abb. 5) und sehr „gewebefreundlich“ ist. Zirkonoxid ruft in der Regel also keine Reaktionen am Zahnfleisch hervor.

05 #K: Hochästhetisch: vollverblendete Einzelzahnkrone, bemalt und mit Glanzbrand versehen. Für das Zirkonoxidgerüst wurde auf die priti multidisc ZrO2 Opaque A3 zurückgegriffen.

#L wie „Für welche Lichtdurchlässigkeit stehen die verschiedenen Transluzenzstufen?“

Die pritidenta GmbH bietet eine Vielzahl an Zirkonoxiden mit unterschiedlichen Trans­luzenzen an (Abb. 6). Somit stellt sich dem Anwender die Frage, was hinter den Bezeichnungen steht. Denn daraus lassen sich wiederum Informationen über das Einsatzspektrum des jeweiligen Rohlings ableiten. Die Produktbezeichnung folgt immer demselben Aufbau: priti multidisc ZrO2 … Darauf folgen der Hinweis „­multicolor“ oder „monochrom“ sowie die jeweilige Angabe zur Transluzenz. Zum Beispiel: priti multidisc ZrO2 monochrom Translucent.

Angaben zur Transluzenz:

  • (Herstellerangaben von pritidenta)
    High Translucent (HT) =
  • 49 % Trans­luzenz
    (Biegefestigkeit von > 650 MPa)
    Extra Translucent (ET) =
  • 45 % Transluzenz
    (Biegefestigkeit von > 1150 MPa)
    Translucent (T) =
  • 40 % Transluzenz
    (Biegefestigkeit von > 1150 MPa)
    Opaque (O) =
  • 35 % Transluzenz
    (Biegefestigkeit von > 1150 MPa)

06 #L: Die Lichtdurchlässigkeit hängt von der jeweiligen Transluzenzstufe ab. Die priti multidisc ZrO2 Rohlinge stehen in vier Transluzenzen zur Verfügung.

#M wie „Welche Mindestwandstärken sollte ich einhalten?“

Bei Einzelkronen im Frontzahnbereich ist eine Mindestwandstärke von 0,4 mm empfehlenswert. Im Seitenzahnbereich und bei sämtlichen Brückenpfeilern werden 0,6 mm als optimale Mindestwandstärke angegeben (Abb. 7).

07 #M: Eingehaltene Mindestwandstärken sorgen für die vom Hersteller angegebene hohe Gesamtstabilität der Zirkonoxidversorgungen.

#N wie „Newtonmeter“

Um die adäquaten Newtonmeter-Angaben für die Befestigung der Zirkonoxid-Blanks in den Fräsmaschinen zu ermitteln, wurde bei pritidenta ein zweimonatiger Test durchgeführt. Der festgelegte Nm-Wert wirkt sich positiv auf das Ergebnis, vor allem aber auf die eingespannten Zirkonoxid-Blanks aus (Abb. 8).

Die Empfehlung von pritidenta, die auf den aus den Test gewonnenen Erkenntnissen basiert, lautet:
Zum Anziehen der Schrauben, mit deren Hilfe die Blanks in der Fräsmaschine befestigt werden, sollte ein einstellbarer Drehmomentschlüssel verwendet werden. Beispielhaft eignet sich dafür ein handlicher, qualitativ hochwertiger Schlüssel, etwa von der Firma Hazet. Dieser sorgt dafür, dass die Blanks immer mit dem gleichen Drehmoment befestigt werden.

In der nächsten Ausgabe lest ihr die Tipps von #O – #V.

08 #N: Das gewählte Drehmoment (Nm) beim Befestigen der Zirkonoxid-Blanks in der Fräsmaschine hat Auswirkungen auf das Material.

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