„Erfolg kommt dann, wenn du tust, was du liebst“

 

VDZI Gysi-Preis-Sieger im 2. Ausbildungsjahr

Auf der IDS 2019 wurde in Köln der 17. Gysi-Preis, der Nachwuchswettbewerb des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen, verliehen. Der Sieger im zweiten Ausbildungsjahr, Claudius Reiser aus dem Labor DentArt Labortechnik in Leinfelden-Echterdingen, erzählt über seinen Arbeitsalltag, die Teilnahme am Gysi-Preis-Wettbewerb, die Digita­lisierung in der Zahntechnik und vieles mehr.

Herzlichen Glückwunsch zur Goldmedaille beim Gysi-Preis. Wie kam es zu deiner Anmeldung und wie konntest du dich motivieren, neben Arbeitsalltag und Berufsschule am Wettbewerb teilzunehmen?
Vielen Dank. Zur Anmeldung bin ich zufällig durch die Berufsschule gekommen. Dort wurde auf die Ausschreibung des Gysi-Nachwuchswettbewerbs hingewiesen, woraufhin ich mich im Internet darüber informiert habe. Daraufhin habe ich den Gysi-Preis meinem Laborchef Stefan Schwarz nähergebracht, der mich dann angemeldet hat. Das Ziel vor Augen, eine zufriedenstellende Arbeit abzugeben und sich mit Auszubildenden aus ganz Deutschland messen zu können, war ein großer Ansporn, sodass es mir nicht sonderlich schwerfiel, mich zu motivieren.

01 Claudius Reiser (Mitte) gewinnt den Gysi-Preis im 2. Ausbildungsjahr.

 

Allerdings muss ich dazu sagen, dass es zum Ende der Arbeit vereinzelt auch technische Komplikationen gab, die meine Motivation zu gewissen Zeitpunkten dämpften. Zum Ende hin jedoch, wenn man dem Ziel sehr nahe kommt, überwiegen Freude und Erleichterung, eine Herausforderung wie diese bald geschafft zu haben. Natürlich musste ich für den Gysi-Wettbewerb abends beziehungsweise vereinzelt auch am Wochenende die eine oder andere Überstunde anhängen. Allerdings habe ich das gern gemacht.

02 Die eine oder andere Überstunde brachte den Sieg.

 

Die Siegerehrung zum Gysi-Preis fand dieses Jahr auf der Internationalen Dental-Schau (IDS) 2019 in Köln statt. Welche Eindrücke konntest du mitnehmen, und welche Neuerungen haben dir besonders gut gefallen?
Zum ersten Mal habe ich allein eine Messe besucht. Dazu kam, dass es zwei Tage vor meiner Zwischenprüfung war und dass die IDS eine gigantische Dentalmesse ist, auf der man sich zu Beginn erst einmal zurechtfinden muss. Allerdings hatte ich einen tollen Tag auf der IDS, an dem ich neue und nette Leute kennenlernen konnte. Besonders beeindruckt hat mich zu realisieren, wie groß die Dentalwelt ist. Unterschiedliche Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zu sehen, die alle das gleiche Ziel verfolgen, nämlich qualitativ hochwertigen Zahnersatz herzustellen, war wirklich sehr imponierend.
Vor der Siegerehrung hatte ich etwas Zeit, um über die Messe zu gehen. Die nutzte ich, um mir verschiedene Neuerungen der Dentalfirmen anzuschauen. Total interessant fand ich dabei das breite Angebot an Scannern der vielen unterschiedlichen Hersteller.
Auch das Verfahren zur Herstellung von Totalprothesenbasen mithilfe der digitalen Technologien war sehr interessant. Damit können laut Hersteller eine hohe Passungsgenauigkeit und eine monomerfreie Prothesenbasis erzielt werden.

Wie stehst du zur Digitalisierung in der Zahn­technik? Ist das schon ein Thema in eurem Labor?
Obwohl ich total viel Spaß an der analogen Herstellung von Zahnersatz habe, bin ich trotzdem sehr offen, was die Digitalisierung in der Zahntechnik betrifft. Es ist schön zu sehen, dass sich das Zahntechnikerhandwerk auch digital weiterentwickelt, dass mittlerweile unterschiedlichste Werkstoffe gefräst bzw. gedruckt werden können und dass wir gespannt sein können, was uns in Zukunft erwarten wird.
Bei uns in der DentArt Labortechnik GmbH ist die Digitalisierung auch schon seit längerer Zeit ein Thema. Bei uns im Labor wird die Patientenarbeit gescannt und anschließend am Computer designt. Final wird der Zahnersatz, im Moment zumindest noch, in einem externen Fräszentrum gefräst.

In welche Berufsschule gehst du? Sind die Lerninhalte in Praxis- und Theorieunterricht dort mehr digital oder mehr analog? Würdest du gern über eines der beiden Felder mehr lernen?
Ich gehe in Stuttgart auf die Alexander-Fleming-Schule. Die Lerninhalte sind dort überwiegend analog. Fächer wie Anatomie, Prothetik, Technologie und Management im Handwerk werden theoretisch unterrichtet. Allerdings wird bei uns das Schulfach CAD/CAM angeboten, in dem uns die aktuellen, grundlegenden Dinge wie das Scannen und Designen von Kronen und Brücken mithilfe des Computers nähergebracht werden. Zudem ist ein Intensivkurs über CAD/CAM bei uns an der Berufsschule als überbetrieblicher Kurs in der Ausbildungsordnung verankert, in dem man ebenfalls neue Inhalte erlernen kann.
Interessehalber würde ich mich trotzdem sehr freuen, wenn sowohl der digitale CAD/CAM-Unterricht als auch der analoge kieferorthopädische Teil im Schul- und Laboralltag einen größeren Stellenwert in der Ausbildung zum Zahntechniker einnehmen würden.

Was macht die Zahntechnik für dich interessant und welche Arbeiten fertigst du im Labor am liebsten an?
Besonders interessant an der Zahntechnik finde ich die Kombination aus handwerklichen, medizinischen und ästhetischen Aufgaben.
Außerdem ist jede Patientenarbeit und jeder Auftragszettel individuell, und man kann jedes Mal aufs Neue und auf unterschiedliche Weise kreativ werden. Am Ende des Tages hat man etwas hergestellt, das man in der Hand halten kann, und erkennt, dass man produktiv war.
Am meisten Spaß in meinem Beruf machen mir das Modellieren von Kronen, Onlays oder Inlays in Wachs und letztlich auch die weiteren Fertigungsschritte bei der Herstellung von Press­keramikkronen oder Gusskronen bis zum finalen Highlight, der Politur. Die Wachsmodellation ist wie eine eigene Handschrift. Sie ist die Basis für viele zahntechnische Arbeiten; deshalb ist es auch empfehlenswert, die Wachsmodellation von Kronen gut einzustudieren. Dadurch kann man sich viel Zeit ersparen und kreativ werden, auch wenn man die anatomischen Gegebenheiten natürlich nicht außer Acht lassen sollte.

Vielen Dank für das nette Interview und viel Erfolg für die Zukunft!

 

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Claudius Reiser

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